Der Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) ist Fisch-des-Jahres 2026.
Fotos von Clemens Ratschan
HITZE & TROCKENHEIT – Appell an Fischerinnen und Fischer
Hitze und Trockenheit machen auch den wassergebunden Organismen, wie zum Beispiel Fischen, zu schaffen. Der Grundwasserspiegel sinkt; viele Bäche und Flüsse führen deutlich weniger bis kein Wasser; die Wassertemperaturen steigen kontinuierlich.
Einige Fischarten kommen besser mit den Gegebenheiten zurecht (fragt sich wie lange noch?); andere überleben diese Extremereignisse nicht.
In Flüssen, wie die Donau, sind die "Schäden" (noch!) überschaubar; in kleineren Flüssen und Bächen sowie in Altarmen und Auengewässern sind jedoch die Auswirkungen auf die Lebenswelt (Tiere und Pflanzen) mehr als kritisch.
Daher unser Apell an alle Fischerinnen und Fischer das Angeln während der sommerlichen Hitzeperioden mit langandauernder Trockenheit einzustellen. Einige Fischereivereine gehen bereits mit gutem Beispiel voran und setzen diese Maßnahme in den Fischereiordnungen um.
Der Schlammpeitzger ist Fisch-des-Jahres 2026
Der Schlammpeitzger – mit wissenschaftlichem Namen Misgurnus fossilis – lebt im Verborgenen. Er ist nachtaktiv und bewohnt bevorzugt Lebensraumtypen, die mittlerweile selten geworden sind: die schlammig-sumpfigen Tümpel, Alt- und Seitenarme der Fluss-Auen.
Die Rote Liste der Fische Österreich aus dem Jahr 2007 führt den Schlammpeitzger als „vom Aussterben bedroht“ – eine Einschätzung, die aufgrund neuerer belastbarer Befunde und der, im Vergleich zu 2007, wesentlich besseren Datengrundlage revidiert werden muss: Mit „stark gefährdet“ wird der aktuelle Gefährdungsstatus des Schlammpeitzgers um eine Kategorie günstiger eingestuft. An dem Erhaltungszustand der Schmerlen-Populationen hat sich jedoch wenig geändert: Die drei letzten Statusberichte nach Artikel 17 der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (i.e. 2007, 2013 und 2019) stufen diesen für die kontinentale biogeographische Region als „ungünstig bis schlecht“ ein. Und die Prognosen verheißen nichts Gutes, wenn nicht umgehend gehandelt wird.
Angelfischerei & Nachhaltigkeit in Österreich
Über Nachhaltigkeit muss gesprochen werden, wenn sich die Diskussionen darüber auf unser alltägliches Denken und Handeln auswirken sollen. Eine Idee der Nachhaltigkeit zu verhandeln, sich darüber zu verständigen und diese Idee zu kommunizieren: das hat sich das Projekt Angelfischerei und Nachhaltigkeit vorgenommen.


