Angelfischerei und Nachhaltigkeit

Über Nachhaltigkeit muss gesprochen werden, wenn sich die Diskussionen darüber auf unser alltägliches Denken und Handeln auswirken sollen.

Eine Idee der Nachhaltigkeit zu verhandeln, sich darüber zu verständigen und diese Idee zu kommunizieren: das hat sich das Projekt Angelfischerei und Nachhaltigkeit mit der vorliegenden Broschüre vorgenommen. Gänzlich verzichtet haben wir auf die Bemessung und Bewertung von Nachhaltigkeit. Vielmehr war es unser Ziel, Lösungsansätze zu Nachhaltigkeitsproblemen anzubieten, um etwaige Defizite zu beheben und geeignete Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Angelfischerei zu schaffen.

Die Idee der nachhaltenden Nutzung von Fischbeständen findet sich bereits in den spätmittelalterlichen Fischereiordnungen wieder – zumindest ansatzweise. Mit dem Konzept des maximum sustainable yield (also der maximalen Menge, die von einer erneuerbaren Ressource dauerhaft geerntet werden kann) fand der ökonomische Nachhaltigkeitsbegriff Anfang der 1930er Eingang in die Fischereiwirtschaft. Dieser Ansatz wurde ab den 1950ern auch in den Fischereigesetzen verfolgt. Erst in den 1990ern rückte die Bewahrung beziehungsweise der Schutz der natürlichen Ressourcen wieder in den Vordergrund. Und damit sollte, in der fischereilichen Praxis, die Idee der „nachhaltenden Nutzung“ den Angelfischer:innen nicht fremd sein.

Dass heute das Konzept der Nachhaltigkeit weitaus umfassender gedacht wird und, über den Aspekt der Naturnutzung und der Wirtschaftlichkeit hinaus, auch die gesellschaftliche (d. h. soziale, kulturelle, usw.) Entwicklung umfasst, war Anlass genug, sich mit den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) auseinanderzusetzen.

In welchem Ausmaß die Angelfischerei zur Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele beiträgt oder beitragen kann, wird durchleuchtet; Handlungsfelder und mögliche Maßnahmen im Sinne einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung von Gewässern werden aufgezeigt; und ein Verhaltens- und Handlungskodex für Angelfischer:innen soll den unbestimmten Rechtsbegriff der Weidgerechtigkeit veranschaulichen.

Wir laden Sie, liebe Leserinnen und Leser, herzlich dazu ein, in diesen Dialog zu treten. Und bedenken Sie: Bei der gemeinsamen Entwicklung kreativer Handlungsoptionen ist die Kommunikation individueller Sichtweisen und Perspektiven mit anderen wesentlich. Nur so ist eine mehrdimensionale Nachhaltigkeit zu denken und zu erreichen – Nachhaltigkeit wird schließlich als gesellschaftlicher Such-, Lern- und Erfahrungsprozess verstanden.

"Nachhaltigkeit und Angelfischerei in Österreich"

Impulse zur nachhaltigen angelfischereilichen Nutzung von Gewässern
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Broschüre [PDF 8,94 MB]

Leitbild einer nachhaltigen angelfischereilichen Nutzung von Gewässern
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Folder [PDF 2.08 MB]