Der Seesaibling (Salvelinus umbla, L.)
Foto von Clemens RATSCHAN

Die im Alpenraum beheimateten Seesaiblinge sehen sich mit einer Gefahr konfrontiert, die ihre Art ausrotten könnte: dem Klimawandel.

Der Verlust von Lebensraum, das Aufkommen von invasiven Arten, die Verschmutzung der Gewässer und die Überfischung, sowie die steigenden Wassertemperaturen als Folge des Klimawandels setzen den Bächen, Flüssen und Seen der gemäßigten Zone schwer zu.  Sie sind, nebst jenen der Tropen, die gefährdetsten Lebensräume mit den höchsten Aussterberaten pro Flächeneinheit.

Eine eigene Seesaiblingsart aus dem Bodensee (Salvelinus profundus) galt lange Zeit als ausgestorben. Erst kürzlich wurden wieder wenige Individuen des Tiefenwassersaiblings entdeckt.
Im Hallstätter See soll eine Tiefenform des Seesaiblings existiert haben, konnte jedoch nicht mehr nachgewiesen werden. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass sich weitere Tiefenformen des Seesaiblings in anderen heimischen Seen als eigene Art erweisen könnten, welche ebenfalls gefährdet sind.
Im Lunzer See wurde jüngst eine Veränderung der Fischartengemeinschaft beobachtet, die sich negativ auf den einst dominierenden Seesaibling auswirkt. Die Wissenschaftler vermuten, dass möglicherweise die steigenden Wassertemperaturen Hecht und Barsch begünstigen, und führen die Zunahme des Räuberdrucks als Grund für den Einbruch der Bestände an. Ob die wenigen verbleibenden Individuen den Weiterbestand dieser einzigartigen Population sichern können, ist fraglich.
Im Rahmen einer Langzeitstudie wurden die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wärmehaushalt und die Durchmischungsverhältnisse von drei heimischen Seen untersucht.  Die reduzierten Sauerstoff- und erhöhten Phosphorgehalte im Tiefenwasser führen dazu, dass dieser Teillebensraum für den Seesaibling verloren geht. Im Freiwasser macht die Nahrungskonkurrenz durch die planktonfressende Reinanke den Seesaiblingen zusätzlich zu schaffen, und der durch die steigende Wassertemperatur vermehrte Befall mit parasitären Würmern kommt hinzu.

» Steckbrief zum Seesaibling (Folder, PDF 335 KB)
» Film von Manu Esteve, 2013. Umbla survive (Sprache: engl.), Lunz am See (Link, YouTube).